reflections

Transparente Geheimnisse

Ich sitze an meinem Schreibtisch, schreibe Dinge auf ein Blatt. Es sind meist langweilige Dinge. Ein Tagebuch Eintrag zum Beispiel. Doch manchmal sind es wirklich wichtige Dinge. Dinge die ich am Liebsten einfach raus brüllen möchte, doch ich schweige und schreibe sie einfach auf.

Es ist grau draußen. es ist ein helles Grau. Nicht annähernd Weiß, aber hell. Und das ist schön. Weiß ist so steril. Die Luft draußen ist wie Medizin, aber keine, für sterbende Menschen. Nichts steriles, sondern echt. Dreckig, fleckig, aber heilend. Es ist besonders, irgendwie neu, aber doch so vertraut.

Ich habe ein fenster auf um diese dreckige, fleckige und doch heilende Luft zu genießen. Und ich weiß nicht wieso, doch es kommen so viele Erinnerungen hoch. Bei manchen würde ich am Liebsten laut los lachen, bei anderen lieber weinen. Doch ich schweige. Wie immer. 

Ich sehe klare Bilder. Manchmal sogar einen richtigen Film. Ich sitze also dort, ganz allein in meinem Zimmer und erinnere mich an all das was einmal war, und nie wieder kommt. Ich schaue durch mein Fenster, rieche die Luft, erinnere mich und schweige... Dabei will ich gar nicht immer bloß schweigen. Ich will auch mal etwas erzählen. Aber wem? Wem soll ich all diese Dinge erzählen? Ich habe keine Ahnung. Doch selbst wenn ich es wüsste, würde ich wieder bloß schweigen. Es sind Geheimnisse. Doch nicht bloß irgendwelche. Sondern meine. Sie sind mir vertraut, und begleiten mich schon mein ganzes Leben lang. Wieso also, sollte ich sie ausgerechnet jetzt einfach gehen lassen? Was ist wenn sie mir fehlen werden? Was wäre anders? Wieder dieselbe Antwort. Ich weiß es nicht. 

Langsam werden die Erinnerungen dunkel . Nicht annähernd Schwarz, aber dunkel. Und das ist nicht so schön. Schwarz ist so endgültig. Doch sie sind immer noch da. Irgendwo, an der Grenze zum Vergessen. Sie tanzen auf ihr, schlagen Saltos, aber sie verschwinden nicht. Sie sind immer noch besonders. Irgendwie aufregend, aber doch ermüdend.

Ich schaue also wieder auf dieses immer noch leere, weiße, sterile, doofe Blatt und habe komplett vergessen was ich schreibe wollte. 

Doch es war schön wieder an etwas anderes zu denken als an all die Geheimnisse die mich belasten...  Mit diesem Gedanken, lege ich meinen Block beiseite und setze meinem Stift wieder die Kappe auf, und lege beides dann wieder in die Schublade. Nur um sie morgen wieder hervor zu kramen...

19.2.16 23:30

Letzte Einträge: Neuer Versuch, Neues Glück, zurück in ein neues Leben, Ich sehe Erfolge, Tag 1, kurz und knapp, oh krass. 4 Kilo in 4 Tagen verloren.

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen


Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung