reflections

Neuer Versuch, Neues Glück

 

Sonntag 21.02.2016 

09.22 Uhr

 - Nachdem mein damals bester Freund meiner Mutter alles sagte was er am Tag zuvor in meinem Turnbeutel sah, setzt sich meine Mutter heute Morgen an mein Bett. Sie streichelt mir durchs Haar und weckt mich sanft aus meinem Schlaf. Sie hat mir einen Kakao gemacht. Ich vergesse für einen Moment was ich mir gestern noch vorgenommen habe, lächle meine Mutter an, und nippe an dem warmen Kakao.

Sie lächelt zurück... doch es ist ein besorgtes Lächeln. VERDAMMT! Der Blödmann hat es ihr tatsächlich gesagt! Na super. Das bedeutet für mich wohl 3-4 Monate Klinikaufenthalt und ein seeeeehr langes Gespräch mit meiner Mutter. 

Falsch gedacht.

Ihr besorgtes Lächeln macht mir Sorgen. Ich frage sie was los ist.

Sie sagt mir mit Tränen in den Augen, dass es ihr leid tut. Sie fängt an zu weinen. Oh Herr Gott ich hasse es wenn meine Mutter weint. Ihre Tränen schmerzen in meiner Brust, als seien es meine eigenen. Nun beginne auch ich zu weinen.

Wir sitzen also da, auf meinem Bett, und weinen.

Sie nimmt mich in den Arm, drückt meinen Kopf an ihre Brust, und streichelt mir übers Haar. Ich kann ihren Herzschlag hören. Es erinnert mich ein bißchen an eine längst vergangene Situation. Denn das letzte mal hatte sie mich so liebevoll in den Arm genommen, als ich meinen ersten Liebeskummer erlitt. 

Sie schluchzt, schluckt ihre Tränen runter und beginnt zu reden.

Sie sagt mir erneut das es ihr so sehr leid tut, und das Fabian ihr alles gesagt hat. Sie sagt dass sie sich die Schuld dafür gibt, dass ich wieder mit dem Mist anfangen will. Und sie keinen Rat mehr sieht. 

Es ist das erste mal, dass ich meine Mutter zweifeln sehe und höre.

Meine Gedanken tanzen in meinem Kopf. Aber nicht geordnet und sortiert, sondern Kreuz und quer.  STOP! Es macht "Klick". Jetzt ist Schluss.

Ich beruhige meine Mutter und versichere ihr das es ein einmaliger Ausrutscher war. Ich sage ihr noch einmal dass ich sie liebe, und dass ich alles machen werde um sie nie wieder weinen und zweifeln zu sehen.

 Ich nehme die Watte und werfe sie weg. Und stelle den Müll sofort auf die Straße. So komme ich auch ja nicht auf die Idee noch einmal an diesen Müllbeutel zu gehen um die Watte wieder heraus zu holen.

Wenn ich schon mal draußen bin, gehe ich direkt zum Bäcker und hole Brötchen. Ein merkwürdiges Gefühl. Doch auch daran kann ich mich gewöhnen. Wenn ich damals von Essen auf Watte umsteigen konnte, dann schaffe ich es heute auch von Watte auf Essen.

Neuer Versuch, Neues Glück

21.2.16 15:10

Letzte Einträge: zurück in ein neues Leben, Ich sehe Erfolge, Tag 1, kurz und knapp, oh krass. 4 Kilo in 4 Tagen verloren.

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen


Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung